Geförderte Projekte

Barrieren auf dem Arbeitsmarkt

von Stiftung Grundeinkommen

Die Stiftung Grundeinkommen fördert zwei Projekte am Massachusetts Institute of Technology (MIT), die zentrale Wirkungsmechanismen von Grundeinkommen untersuchen sollen.

09. Juli 2019

Die Stiftung Grundeinkommen fördert zwei Projekte am Massachusetts Institute of Technology (MIT), die zentrale Wirkungsmechanismen von Grundeinkommen untersuchen.

Damit Menschen ihr Potenzial für sich und die Gesellschaft entfalten können, brauchen sie wirtschaftliche Freiheit. Vor allem, um eine Arbeit zu wählen, die ihnen entspricht. Diese Freiheit könnte ein Grundeinkommen bereitstellen. Das ist eine zentrale Hypothese zur Wirkungsweise von Grundeinkommen. Sie basiert auf der Annahme, dass auf den gegenwärtigen Arbeitsmärkten Hindernisse bestehen, die den Wechsel zu einem besser passenden Arbeitsplatz erschweren – und dass ein Grundeinkommen dabei helfen könnte, diese Hindernisse zu überwinden.

Die wissenschaftliche Leitung der Projekte liegt bei Prof. Simon Jäger, PhD, vom Department of Economics, der für die Projekte mit weiteren Forschern zusammenarbeitet. „Uns interessieren im Kern zwei Dinge“, sagt Jäger: „Welche Barrieren existieren auf dem Arbeitsmarkt? Und wie sähe eine Welt ohne diese Barrieren aus?“ Jäger möchte durch seine Forschung Kausalitäten auf dem Arbeitsmarkt genauer verstehen – und damit die Mechanismen einer Welt, die uns alle umgibt. „Wir wissen ja, dass es Barrieren am Arbeitsmarkt gibt“, sagt er. Nur: Bislang sei es nicht vollständig gelungen, diese verlässlich zu bestimmen und zu quantifizieren. „Wir wollen herausfinden, wie Barrieren im Arbeitsmarkt aussehen und welche Wirkung es hat, wenn solche Barrieren abgebaut werden.“

Das erste Projekt beleuchtet die Barrieren selbst: Welche Hindernisse bestehen auf dem Arbeitsmarkt und welche Auswirkungen sind mit ihnen verbunden? Zur Klärung dieser Frage nutzt Jäger unter anderem quasiexperimentelle Designs. So lässt sich nachverfolgen, wie sich politisch veränderte Rahmenbedingungen in der Vergangenheit, die Arbeitsmarktbarrieren verändert haben, auf die Suchentscheidungen von Individuen auf dem Arbeitsmarkt ausgewirkt haben.

Simon Jäger, PhD, Department of Economics des MIT

Das zweite Projekt ergänzt das erste, indem die Art dieser bestehenden Hindernisse auf dem Arbeitsmarkt analysiert wird. Der Fokus liegt dabei auf der Bedeutung von Informationen. „Wissen Menschen, die in schlechten Arbeitsverhältnissen tätig sind, dass sie in schlechten Arbeitsverhältnissen tätig sind?“, fragt Jäger. „Diesen Wissensstand gilt es zu messen und zu kartografieren.“ Hierzu wird eine repräsentative Studie auf dem deutschen Arbeitsmarkt durchgeführt, die messen soll, wie gut Arbeitnehmer – beispielsweise in schlecht bezahlten Jobs – über mögliche Alternativen informiert sind.

„Wir hoffen, auf diese Weise mit beiden Projekten einen der Kernmechanismen von Grundeinkommen empirisch direkt untersuchen zu können“, sagt Mansour Aalam, Geschäftsführer der Stiftung Grundeinkommen. „Wir helfen somit, die möglichen Wirkungen und politischen Alternativen eines Grundeinkommens zu ermitteln.“

Projektinfo

  • Forschungsschwerpunkt: Empirische Arbeitsmarktforschung
  • Status: laufend
  • Projektende: offen
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