Geförderte Projekte

Die Grenzen sozialer Mobilität

von Stiftung Grundeinkommen,
Foto: Eutah Mizushima/Unsplash

Die Stiftung Grundeinkommen beauftragt das Ifo Institut, den aktuellen Forschungsstand zur Auswirkung der bedarfsorientierten Grundsicherung auf die soziale Mobilität in Deutschland zu bestimmen.

10. Juli 2019

Die wissenschaftliche Leitung des Projekts liegt bei Prof. Dr. Andreas Peichl, dem Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen. Ihn und sein Team interessiert zunächst, ob und wie durchlässig der Niedriglohnsektor für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unsicheren und prekären Arbeitsverhältnissen ist. Oder wird die soziale Mobilität mehr Menschen erschwert, als wir bisher angenommen haben? Wenn ja, soll bestimmt werden, welchen Einfluss die Hartz-Reformen hier haben. Außerdem soll runtersucht werden, ob ein Grundeinkommen ein korrigierendes Instrument sein könnte.  

Dazu sagt Mansour Aalam, Geschäftsführer der Stiftung Grundeinkommen: „Auch 15 Jahre nachdem Hartz IV eingeführt wurde, gibt es nur wenige empirische Erkenntnisse über die Effekte der Gesetze auf die soziale Mobilität von Beschäftigten im Niedriglohnsektor und in prekären Arbeitsverhältnissen. Wir als Stiftung Grundeinkommen möchten wissen, was der Stand der Forschung ist – und wo zukünftige Forschungsschwerpunkte liegen können.”  

Das Projekt ist in zwei Module aufgeteilt. Das erste bietet einen Überblick über die bereits bekannten Auswirkungen der bedarfsorientierten Grundsicherung in Deutschland. Hierbei wird auch die Literatur zu der Frage zusammengefasst, wie der Arbeitsmarkt in diesem Segment funktioniert – etwa ob mehr prekäre Arbeit vom Markt als „optimal“ nachgefragt wird und inwiefern so Marktmacht auf Unternehmensseite entsteht. 

Prof. Dr. Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen

Modul 2 wirft einen Blick über die Grenzen Deutschlands hinweg und wird die Auswirkungen unterschiedlich gestalteterGrundsicherungs-Arten auf internationaler Ebene analysieren. Zuerst werden die Unterschiede zwischen den verschiedenen Typen der Grundsicherungssysteme beschrieben, wie etwa die bedarfsorientierte Grundsicherung plus Sozialversicherungen, wie wir sie aus Kontinentaleuropa kennen, die universelle Absicherung (Skandinavien) und liberale Systeme mit wenig Absicherung, aber Elementen einer negativen Einkommensteuer wie der EITC (earned income tax credit) in den USA. Daran anschließend sollen diese unterschiedlichen Ausgestaltungen von Grundsicherungssystemen auf ihre existierende Evidenz untersucht werden und was dies in Deutschland für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor und in prekären Arbeitsverhältnissen bedeuten könnte. 

Über die aktuellen Forschungsfragen hinaus sollen auch noch offene Punkte bestimmt werden, die für die Forschung über den Einfluss der bedarfsorientierten Grundsicherung auf Menschen in prekärer Beschäftigung wichtig sein können. 

Projektinfo

  • Forschungsschwerpunkt: Empirische Volkswirtschaftslehre 
  • Status: laufend 
  • Projektende: Frühjahr 2020 
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