Nachgefragt

Wer steht hinter der Stiftung und
wie finanziert sie sich?

Die Stiftung Grundeinkommen wurde von dem Familienunternehmer Jan E. Fischer gegründet. Für ihn ist das Thema Selbstentfaltung wichtig und die Frage, wie man sie auf unbürokratische und wirksame Weise vielen Menschen ermöglicht. Wir von der Stiftung sehen dafür im Grundeinkommen eine große Chance. Dieses hätte auch für die Gesellschaft insgesamt einen positiven Effekt, denn je selbstbestimmter Menschen leben können, desto zufriedener sind sie.

Der Schwerpunkt unserer Stiftung liegt auf der ergebnisoffenen Erforschung des Grundeinkommens als Idee, um die gesellschaftliche Debatte darüber zu versachlichen. Der Großteil unserer Mittel kommt von unserem Stifter, ein weiterer Teil besteht aus Einzelspenden.

Es gibt bereits zahlreiche Initiativen und Netzwerke zum Thema Grundeinkommen. Warum jetzt auch noch eure Stiftung?

Das stimmt: Viele kluge Menschen aus Gesellschaft, Forschung, Wirtschaft und Politik beschäftigen sich bereits mit dem Thema. Unsere Aufgabe sehen wir darin, diese unterschiedlichen Akteure zu vernetzen und als Stiftung gezielt zu stärken. Denn auch wenn sich andere Stiftungen bereits nebenher mit Fragen rund um das Grundeinkommen auseinandersetzen, gab es bislang keine eigenständige Stiftung, die sich voll und ganz auf das Grundeinkommen konzentriert. Diese Lücke wollen wir schließen.

Zahlt ihr dann Grundeinkommen an Menschen aus?

Nein. Wir wollen die wissensbasierte Grundlage schaffen, anhand derer wir als Gesellschaft eine fundierte Debatte führen und anschließend Entscheidungen treffen können. Deshalb investieren wir unsere Stiftungsgelder in Forschung und Bildung, um die Wirkungsweise eines Grundeinkommens besser verstehen zu können.

Podcast

Magazin

Gute Arbeit

“Menschen möchten mehr von Arbeit haben als das bloße Einkommen“

Wann empfinden Menschen Arbeit als sinnvoll – und wann leiden sie unter ihr? Ein Interview mit dem Arbeits- und Organisationspsychologen Bernad Batinic.

Schlechte Arbeit

Unterforderung als Systemkritik

Jeder Einzelne, der seine Arbeit als sinnlos empfindet, ist auch ein Problem für uns als Gesellschaft. Denn schlechte Arbeit schadet uns allen. Ein Essay.

Stiftung Grundeinkommen

Wovon wir sprechen, wenn wir von einem Grundeinkommen reden

Ein wesentliches Grundprinzip unserer Gesellschaft ist die Überzeugung, dass wir Menschen selbst am besten wissen, was gut für uns ist.

Wenn alle Geld kriegen, ohne etwas zu tun – wer arbeitet dann noch?

Es geht nicht darum, jedem Menschen zusätzliches Geld auszuzahlen, sondern darum, jedem eine existenzsichernde Basis für ein Leben ohne Angst und Zwang zu garantieren. Grundeinkommen und Lohneinkommen sind keine Gegensätze. Das Grundeinkommen schafft in einer sich auch durch die Digitalisierung schnell verändernden Arbeitswelt die nötige Sicherheit, die Chancen des zukünftigen und gegenwärtigen gesellschaftlichen Wandels besser nutzen zu können.

Woher wisst ihr, dass das
überhaupt funktioniert?

Das wissen wir nicht. Aber wir wollen es herausfinden. Deshalb unterstützen wir Forschungsprojekte aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Feldern dabei, die verschiedenen Aspekte des Themas genau zu untersuchen. So fügen wir ein Mosaik aus Erkenntnissen zu einem größeren Ganzen zusammen, um ein besseres Verständnis der Wirkungsweise zu bekommen.

Ist das Grundeinkommen nicht einfach Geld fürs Nichtstun?

Viele haben die Befürchtung, dass berufstätige Menschen mit Grundeinkommen ihre Arbeit aufgeben würden und andere ohne Erwerbsarbeit sich nicht mehr um neue Arbeit bemühen würden. Für beide Annahmen finden wir in der Wissenschaft keine überzeugenden Belege. Aus aktuellen Studien wissen wir jedoch, dass eher Sicherheit – und nicht Angst oder Druck – zu Motivation und Eigeninitiative führt.

Das Grundeinkommen könnte ein gesellschaftliches Mindestmaß an Unabhängigkeit und Wertschätzung für alle Arten von Arbeit schaffen. Denn Erwerbsarbeit ist nicht die einzige Form von Arbeit, die wir in unserer Gesellschaft kennen. Dazu gehören auch Ehrenamt, Sorgearbeit und andere Tätigkeiten.