Forschung

Experimentelle Feldstudie

Barrieren auf dem Arbeitsmarkt II

von Stiftung Grundeinkommen, Foto: Rene de Haan

Welche konkreten Barrieren auf dem deutschen Arbeitsmarkt halten Menschen davon ab, ihre Arbeitssituation zu verändern? Dieser Frage geht ein von der Stiftung Grundeinkommen gefördertes Projekt am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, USA, nach.

07. August 2019

Die Studie erforscht, welche Bedeutung Informationen über mögliche Alternativen zum eigenen Arbeitsverhältnis haben. Grundlage hierfür liefert der vielfach gezeigte Befund, dass unterschiedliche Unternehmen extrem unterschiedliche Löhne für die gleiche Arbeit zahlen. Warum aber verharren viele Menschen in ihrer aktuellen Anstellung und wechseln nicht zu einem Unternehmen, in dem sie einen höheren Lohn bekämen? Um diese Frage zu beantworten, führen die Forschenden eine repräsentative Umfrage auf dem deutschen Arbeitsmarkt durch. Sie soll messen, wie gut Arbeitnehmende tatsächlich über Alternativen zu ihrem Arbeitsverhältnis informiert sind. Zudem soll die Studie klären, inwieweit die Höhe des Gehalts (oder des Gehaltsunterschieds) mit der individuellen Zufriedenheit im Job einhergeht.

In einem zweiten Schritt untersuchen die Forscherinnen und Forscher in einem experimentellen Feldexperiment, ob sich Suchentscheidungen und womöglich auch Gehaltsverhandlungen beeinflussen lassen, indem Wissen über Alternativen bereitgestellt wird. So soll gezeigt werden, ob und wie das Bewusstsein darüber, dass es Alternativen zu der jetzigen Arbeitssituation gibt, das Verhalten von Arbeitnehmenden verändert.

Forschungsleiter ist Prof. Simon Jäger, PhD, vom MIT Department of Economics. Er arbeitet für das Projekt mit weiteren Forschenden zusammen.

Simon Jäger, PhD, Department of Economics des MIT

Warum die Stiftung Grundeinkommen das Projekt fördert

Damit Menschen ihr Potenzial für sich und die Gesellschaft voll einbringen können, müssen sie in der Lage sein, eine Arbeit zu wählen, die ihnen und ihren Fähigkeiten entspricht. Auf den gegenwärtigen Arbeitsmärkten ist dies nicht immer der Fall: Es bestehen Hindernisse, die den Wechsel zu einem besser passenden Arbeitsplatz erschweren. Eine zentrale Hypothese unseres Arbeitens lautet: Ein Grundeinkommen könnte dabei helfen, diese Hindernisse zu überwinden. Denn es bietet finanzielle Freiheit und könnte deshalb die Mobilität zwischen Arbeitsplätzen erhöhen – und damit die Situation von Arbeitenden im Vergleich zu heute verbessern. Diese Annahme zu untersuchen ist Ziel des Projekts „Barrieren auf dem Arbeitsmarkt II“ und eines weiteren Projekts am MIT, das die Stiftung Grundeinkommen fördert.

„Wir möchten mit beiden Projekten einen der Kernmechanismen von Grundeinkommen empirisch direkt untersuchen“, sagt Mansour Aalam, Geschäftsführer der Stiftung Grundeinkommen. „Damit helfen wir, die möglichen Wirkungen eines Grundeinkommens zu ermitteln.“

Projektinfo

  • Experimentelle Feldstudie
  • Status: laufend
  • Partner: Massachusetts Institute of Technology (MIT)